Internationales Treffen in Slowenien
Bereits
am Treffen 2006 in Spanien war bekannt gegeben worden, dass der
diesjährige Anlass in Slowenien stattfinden wird. Während Jahren
wurde dieses Land in irgendeiner Weise mit Jugoslawien in Verbindung
gebracht. Ueber Pfingsten 2007 konnte man diesen Eindruck
korrigieren. Die Anfahrt über Oesterreich oder Italien ist
problemlos und erstaunlich rasch möglich. Wir wählten die Strecke
über den Arlberg und Brenner. Anschliessend durch das italienische
Pustertal und Osttirol nach Kärnten. Von Villach aus wurden die
Karawanken bequem im Tunnel unterquert. Andere wählten wie anno
dazumal eine Passstrasse. Wurzenpass und Loiblpass waren einst eine
echte Herausforderung für Auto und Fahrer, und auch heute noch
gelten diese Uebergänge als beeindruckende Pässe. Die Teilnehmer
trafen sich am Freitagnachmittag im Hotel Lev (Löwen) in Ljubljana.
Dort wurden die Roadbooks und verschiedene nützliche Dinge
verteilt, inkl. dem obligaten T-Shirt für die Erkennung der
Teilnehmenden, und die Parkgarage zugewiesen. Nach dem Bezug der
Hotelzimmer fand im Hotel Lev die offizielle Begrüssung statt, und
am Buffett konnte man sich von den Strapazen der Anreise erholen.
Aus der Schweiz waren 9 Autos dabei; und ein Teil der Teilnehmer
sass noch spät am Abend bei milden Temperaturen draussen beisammen.
Am
Samstag morgen war der Start zur ersten Sehenswürdigkeit; der
Grotte von Postojna. Etwa 60 km führte der Weg nach Südwesten,
durch Dörfer und Weiler. Die alten Peugeots wurden insbesondere auf
dem Land begeistert begrüsst. Ueberall standen Leute am
Strassenrand und winkten uns zu.
Auf dem
grossen Parkplatz vor der Höhle in Postojna konnte man sich einen
Ueberblick über die verschiedenen Peugeot-Modelle verschaffen. Auffällig
waren die charakteristischen Vorkriegsmodelle, und zwar von der
kleinen Quadrillette bis zum imposanten 402er, der vom Präsidenten
von L’Aventure, Thierry Peugeot, gesteuert wurde. Auch waren
einige seltene 203 Cabriolets zu sehen. Aufgefallen waren ausserdem
ein 504 Coupé aus Belgien in der Version der afrikanischen Rallies,
das in dieser Form in der Schweiz wohl nie eine Strassenzulassung
erhalten hätte, ebensowenig wie die im Rennlook daherkommenden 104
und 304 Coupé. Im weiteren waren zahlreiche Modelle der sechziger
und siebziger Jahre zu sehen, wobei auffiel, wie selten die
Limousinen der 04 Reihe gegenüber den zweitürigen Versionen
geworden sind. Aus Slovenien nahmen u.a. eine schöne 404 Limousine
und ein makellos aussehender 504 Familiale teil.
Nach der
ausgiebigen Besichtigung der Autos stand der Besuch der Höhle auf
dem Programm. Von aussen sahen wir zunächst nur eine Art
Bahnhofsgebäude im Stil der k.u.k. Monarchie. Von dort gings zu
einem U-Bahn-Perron, wo wir auf den Wagen eines Stollenbähnchens
Platz nahmen. Mit 16 offenen Wagen, auf denen je 8 Personen sassen,
fuhr der Zug ins Innere der Höhle. Bereits auf dieser Fahrt waren
zahlreiche Tropfsteinfiguren zu bestaunen. Nach etwa zehn Minuten
war die Fahrt zu Ende, und weiter gings etwa eine Stunde zu Fuss
durch ein Höhlensystem, in dem praktisch ausschliesslich aus
Stalagmiten und Stalaktiten zu sehen waren und es geradezu auffiel,
wenn ein Stück normalen Felsens sichtbar war. Diese mineralischen
Objekte bestanden nicht nur aus Zapfen aller Art und Grösse,
sondern aus kunstvoll geformten Gebilden, die wie Wasserfälle,
Orgelpfeifen oder Fabelwesen aussahen. Keines war gleich wie das
andere, obwohl alle aus demselben Material nach demselben Prinzip
entstanden sind. In dieser Unterwelt lebt der Grottenolm, ein Tier
ähnlich einem Salamander, der keine Augen hat und sich von den im
Wasser aufgelösten Mineralien ernährt. Offenbar ist er aber auch
imstande, jahrelang nichts zu essen und trotzdem über hundert Jahre
alt zu werden. Drei Exemplare der nur in dieser Höhle vorkommenden
Tierart waren in einem Bassin zu sehen. Nach diesem Ausflug in die
Unterwelt ging die Fahrt mit dem Stollenbähnchen wieder an die
Erdoberfläche. Dort wartete ein Buffett auf der grünen Wiese, wo
sich die Höhlenforscher für das weitere Programm stärken und die
gewonnenen Eindrücke austauschen konnten.
Die nächste
Sehenswürdigkeit war das technische Museum in Bistra. Dieses ist in
einem ehemaligen Kloster untergebracht und scheint ein Ort zu sein,
an dem die Zeit stehen geblieben ist. Mit Wasserrädern wurde
Energie gewonnen, und ein Teil dieser Anlagen ist heute noch in
Betrieb. In den Gebäuden sind Autos, Zweiräder aller Art und
Landwirtschaftsmaschinen sowie weitere technische Geräte
ausgestellt. Als besondere Sehenswürdigkeit waren die Autos des früheren
Präsidenten Marschall Tito zu bewundern, der ein grosses Flair für
imposante Wagen hatte.
Am Abend
traf man sich zum Galadiner auf dem Schloss hoch über Ljubljana. Im
grossen Innenhof begann der festliche Abend mit einem Apéro.
Thierry Peugeot und seine Familie fuhren mit dem grossen 402 vor,
und auch ein paar weitere seltene Peugeots umrahmten den grossen
Anlass. Nach einer Degustation von einheimischem Olivenöl begaben
wir uns in die stilvoll renovierten Räume, in denen an grossen
runden Tischen das Diner aufgetragen wurde. Das Essen fand in einer
festlichen, aber doch herzlichen und ungezwungenen Atmosphäre
statt. Musikalisch umrahmt wurde das Diner von einer typisch
slowenischen Volksmusik-Formation, bestehend aus Klarinette,
Handharmonika, Gitarre und Bass. Die gute Stimmung veranlasste das
eine oder andere Paar, das Tanzbein zu schwingen. Gegen Mitternacht
klang der Abend aus; es stand ja noch ein weiterer Tag mit einem
interessanten Programm bevor. Die Fahrt ging dieses Mal Richtung
Norden nach Bled, einem Kurort am Fuss der Berge, an einem
idyllischen See gelegen. Bei der Ankunft öffnete der Himmel zwar
zeitweise seine Schleusen, wohl um den Cabriolet-Fahrern etwas
Arbeit zu verschaffen. Doch konnte man auf den Hotelterrassen sitzen
und den Booten zuschauen, mit denen sich die Besucher auf die Insel
im See rudern liessen. Unternehmungslustige hatten auch die
Gelegenheit, eine Fahrt mit dem Bähnchen um den See zu geniessen.
Der Ort war bereits im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel,
und noch heute strahlte er den Charme eines Bade- und Kurortes mit
langer Tradition aus, eine überaus stilvolle Ambiance für die
Ausstellung der Autos. Im Grand Hotel wartete ein tolles Buffett auf
die hungrigen Teilnehmer. Eine Oberkrainer Trachtenformation sorgte
für die musikalische Umrahmung, und bald fand die Schlusszeremonie
statt. Der Vertreter von Peugeot Slovenia dankte den rund 300
Anwesenden. Sicher hat es niemand bereut, den Weg in dieses junge und
sympathische Land unter die Räder genommen zu haben. Auch wurden
die ältesten Teilnehmer und jene mit dem weitesten Anfahrtsweg
geehrt. Thierry Peugeot dankte den Organisatoren und den Teilnehmern
für den gelungenen Anlass und gab bekannt, dass nächstes Jahr das
internationale Treffen von L’Aventure Peugeot voraussichtlich in
Finnland stattfinden wird. Bald machten sich die ersten Teams auf
den Rückweg. Jene, die den direkten Weg wählten, genossen die
weitgehend leeren Strassen am Pfingstsonntag; andere zogen es vor,
den Aufenthalt noch mit einem Abstecher ans nahe Meer zu verlängern,
wo sie hoffentlich noch eine paar sonnige Tage verbringen konnten.
Im Namen
des Vorstands danke ich allen aus der Schweiz, die am Treffen
teilgenommen haben. Es war beeindruckend, dass wir mit fast zwanzig
Personen vertreten waren und damit unser grosses Interesse für die
internationalen Aktivitäten von L’Aventure Peugeot zum Ausdruck
brachten. Ich hoffe, dass alle ohne Zwischenfall und wohlbehalten
wieder nach Hause reisen konnten, ohne über die Berge durch den
Schnee zu fahren. Ein Dankeschön auch an Fredi Vollenweider für
die Fotoreportage und die Präsentation dieses Berichts im Internet.
Thomas Vögeli
(Text), Fredi Vollenweider (Bilder)
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